Demografie
Chancen für Niederösterreich

Arbeits- und Freizeitwelten im demografischen Wandel

Fragen des Demografischen Wandels sind in den letzten Jahren zunehmend ins Bewusstsein der Menschen gerückt, sie gehen in die wirtschaftspolitische Tagesdiskussion ein und erfordern intensive Bearbeitung im Zuge konkreter Projekte und Umsetzungsmaßnahmen. Als Wirtschaftsagentur und Regionalförderstelle des Landes möchten wir diese Initiativen in den nächsten Jahren verstärken und im Netzwerk mit externen Institutionen und Partnern wie Fachabteilungen, Tourismusdestinationen oder LEADER-Regionen maßgeschneiderte Unterstützungsangebote zur Verfügung stellen. 

Unser Service

Neben Einzelprojektförderungen planen wir die Vermittlung von Beratungs-, Coaching- oder Schulungsmaßnahmen sowie den verstärkten Austausch von Know-how und Best-Practice-Beispielen zu Themen wie Fachkräfteausbildung, Wohnen im Alter, Betriebsnachfolge im Tourismus oder Barrierefreiheit.

Ziel ist, die Erfahrungen möglichst vielen Menschen zugute kommen zu lassen.

So vielfältig die Fragestellungen des demografischen Wandels sind, so breit gefächert wollen wir darauf eingehen und Antworten liefern. 

Aktuelle Zahl

Familien in Ehegemeinschaften, die 2015 mit zumindest einem Kind unter 18 Jahren lebten.
Quelle: Statistik Austria

Laut Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung lebten 2015 in Österreich insgesamt 890.000 Familien mit zumindest einem Kind unter 18 Jahren, darunter 610.000 Ehepaare und 143.000 Lebensgemeinschaften sowie rund 126.000 Mütter und 11.000 Väter in Ein-Eltern Familien. Betrachtet man zukünftige Entwicklungen, so ist der Anteil der Ehegemeinschaften bzw. „klassischen Familien" allerdings im Sinken begriffen. In Zukunft werden die Anteile der Lebensgemeinschaften mit Kindern, Patchworkfamilien und Alleinerzieher steigen.

Demografie bedeutet für mich ...

Wir haben Persönlichkeiten aus Wirtschaft, öffentlichem Dienst und LEADER Regionen befragt, was Sie unter Demografie verstehen. Die spannendsten Zitate haben wir hier für Sie zusammengefasst.

... die Reaktion der Bevölkerung auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Trends. Jede ökonomische Transformation – von der Agrargesellschaft über die Industriegesellschaft und Dienstleistungsgesellschaft zur Informationsgesellschaft – bewirkt und bedingt gesellschaftliche Veränderungen. Diese Transformationen beeinflussen auch unser demografisches Verhalten. Deshalb verstehe ich den demografischen Wandel als Abbild der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüche.
DI Dr. Thomas Fent, Demografie Institut, ÖAW
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... steigende Lebenserwartung, zurückgehende Geburtenzahlen und die Folgen der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen in unseren Regionen bewirken eine Veränderung der Bevölkerungsstruktur, aus der völlig verschiedene Problemstellungen entstehen. Über diese Entwicklungen Bescheid zu wissen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, halte ich für eine ganz wichtige kommunale Aufgabe. Mit dem Demografie-Check haben wir einen ersten Schritt gesetzt.
Bgm. Ök.-Rat Anton Gonaus, LEADER-Region Mostviertel Mitte
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... eine Veränderung unserer Gästestruktur. Damit verbunden werden wir in Zukunft auch vor der Herausforderung geänderter Gästebedürfnisse stehen. Hier geht es insbesondere auch um die Entwicklung einer lückenlosen Dienstleistungskette. Dies betrifft sowohl die Entwicklung neuer Produkte als auch die Wahl entsprechender Kommunikations- und Vertriebswege, die Weiterentwicklung eigener Medien und schlussendlich die Entwicklung der Leistungen vor Ort.
Mag. Bernhard Schröder, Donau-NÖ Tourismus GmbH
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... im Hinblick auf den Tourismus eine riesige Chance und Handlungsbedarf zugleich. Nur wer sich mit diesem Thema aktiv und interessiert auseinandersetzt, wird die Chancen dahinter erkennen und als unternehmerischen Wettbewerbsvorteil nutzen können. Verantwortungsvolle Unternehmer lassen so einen Trend daher nicht einfach „passieren" sondern „nutzen ihn aktiv"!
Mag. Arnold Oberacher, GF, con.os tourismus.consulting gmbh
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... Wandel ist immer voller Chancen, die auftauchen, wenn man Kundenbedürfnisse im Auge behält. Durch gutes Service Design rücken diese Bedürfnisse ins Zentrum der Wahrnehmung. Dann entstehen Lösungen mit der richtigen Information, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. In unserem Fall Informationslösungen im Naturraum-, Ortsraum und in Gebäuden.
Mag. Christian Lunger, motasdesign Lunger & Schreiber OG
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Erkenntnisse aus der Praxis

Sind die niederösterreichischen Tourismusdestinationen fit für die Gäste von morgen?


Der demografische Wandel bringt mehr Vielfalt in der touristischen Nachfrage mit sich. Das spiegelt sich im Ausflugs-, Konsum- und Kommunikationsverhalten wider. Die Bedürfnisse und Wünsche werden individueller und somit steigen auch die Anforderungen an Ausflugsziele, Nächtigungsbetriebe und Vermarktungsaktivitäten. Flexibilität und besonderes Eingehen auf Gäste und BesucherInnen sind in immer stärkerem Ausmaß gefordert.

 

ecoplus hat in enger Abstimmung mit der Niederösterreich-Werbung sogenannte Demografie-Screenings mit den sechs niederösterreichischen Tourismusdestinationen gestartet. Ziel war es Optimierungs- und Ausrichtungsmaßnahmen im Hinblick auf die fünf Zielgruppen des demografischen Wandels aufzuzeigen und damit sowohl einen Themensensibilisierungs- als auch einen Handlungsimpuls zu erwirken. Mit Hilfe der Fa. conos wurden die unterschiedlichen Aspekte wie Alters-/Generationentauglichkeit, Barrierefreiheit, Kinder- und Familientauglichkeit, Generation Y und Internationalität berücksichtigt.

 

Die einzelnen Destinationen wurden hinsichtlich ihrer strategischen Ausrichtung und Inhalte, ihrer Angebots- und Produktentwicklung, ihres Außenauftritts sowie ihrer Kommunikationsmaßnahmen auf deren Zielgruppenentsprechung durchleuchtet. Die Erkenntnisse aus diesen „Demografie-Screenings“ und mögliche Zukunftsprojekte wurden mit den sechs Tourismusdestinationen diskutiert und in einem Beratungsbericht zur Verfügung gestellt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die niederösterreichischen Tourismusdestinationen die Wünsche der relevanten Zielgruppen sehr gut erfüllen. Die jeweiligen Produkte sind gut an die Bedürfnisse angepasst. In den Bereichen Kommunikation und Außenauftritt/Marketing wurden unterschiedliche Verbesserungspotenziale aufgezeigt. Konkrete Folgeprojekte der einzelnen Destinationen werden derzeit angedacht.

 

Die niederösterreichischen Tourismusdestinationen im Überblick:

Weiterführendes zum Thema

In den vergangenen zwei Jahren haben sich elf LEADER-Regionen intensiv mit Themen wie Wanderungstendenzen, Arbeitskräftepotenzial, Standortattraktivität und Betriebsnachfolge auseinandergesetzt.

In enger Kooperation zwischen Regionsvertretern, externen Demografie-Experten und Betrieben wurden konkrete Daten und Fakten aufgearbeitet und wichtige Ansatzpunkte für die individuelle Weiterentwicklung der Regionen gefunden.

Die Ansätze sind vielfältig und werden in unterschiedlicher Weise in zukünftige Projekte einfließen. Nutzen Sie die Chance und holen Sie sich interessante Anregungen und Vorschläge aus Niederösterreichs Regionen!

DI Dr. Thomas Fent, Vienna Institute for Demography/ÖAW:

 
Ing. Alfred Luger, Bildungs- und Heimatwerk NÖ (BHW)

Mag. Bernhard Schröder, Donau Niederösterreich Tourismus GmbH

  • Interview (.pdf) mit Destinations-Geschäftsführer Mag. Bernhard Schröder, Donau Niederösterreich Tourismus GmbH
     

Marcus Linford, MA MITHM, con.os tourismus consulting gmbh:

Mag. Nina Sillipp und Josef Wallenberger, Wallenberger & Linhard Regionalberatung GmbH):

Literaturtipps

  • "Ageing Society. Altern in der Stadt: Aktuelle Trends und ihre Bedeutung für die strategische Stadtentwicklung“, Edeltraud Hanappi-Egger, Peter Schnedlitz, Facultas Verlag, 770 Seiten, 2009, ISBN 978-3-7089-0357-6
  • "Unternehmensnachfolge im Tourismus - Grundlagen, Rahmenbedingungen, Modelle",
 Mag. Dr. Martin Schumacher MET, Mag. (FH) Manuela Wiesinger, Linde Verlag, 184 Seiten, 2014, ISBN 987-3-7073-3014-4
  • "Die Alterung der Gesellschaft: Ursachen und Folgen des demografischen Umbruchs", 
Peter Schimany, Campus Verlag; 521 Seiten, 2003, ISBN: 978-3-5933-724-64
  • "ÖSTERREICH, Zahlen. Daten. Fakten": Herausgeber Statistik Austria, 76 Seiten, 2015 (10. Auflage), ISBN 978-3-902925-58-9
  • "Weniger, bunter, älter: Den demografischen Wandel aktiv gestalten",
 Winfried Köster, OLZOG Verlag, 272 Seiten, 2011, ISBN 378-9-3-8359-2
  • "Das Methusalem-Komplott" Frank Schirrmacher Karl Blessing Verlag, 224 Seiten, München 2004, ISBN: 3-896-67225-8